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  • Ingrid B.

Ode an den jungen Lover


Anti-aging und andere Geheimnisse

Wer immer noch glaubt, dass Kaviarcreme, Botox, Hormone oder gar das Skalpell des Schönheitschirurgen die Zeichen der Zeit aufhalten können, ist auf dem falschen Dampfer. Der wahre Jungbrunnen für uns Frauen kostet (fast) nix und ist sicherlich so alt wie die Menschheit selbst: Der jüngere Mann an unserer Seite!

Madonna, Chere, Demi Moore, Iris Berben und jede Menge andere Promi-Frauen schmücken sich schon lange mit ihm. Die Wirkung dieses phantastischen Anti-Aging-Mittels steht all’ diesen Frauen - im wahrsten Sinne des Wortes - im Gesicht geschrieben!

Rein rechnerisch könnten es zwar ihre Söhne sein - aber der springende Punkt ist, sie sind es nicht! Und was all’ die Film-Schönheiten und Pop-Diven „gesetzteren Alters“ uns vormachen, können wir – als ganz normale Durchschnittsfrauen - doch schon lange. Oder?

Und wissen Sie was? Wir müssen uns die Kerle nicht mal suchen, sondern die finden uns! Der Mann an sich hat nämlich längst genug von Partyludern und Frauen vom Typ „Magermodel“. Er bevorzugt die „reife Frau“. Dabei weiß er genau, wie man selbige erfreut!

„Danach“ verrichtet er noch gerne - und ohne zu Murren - die ein oder andere grobe Arbeit in Haus und Garten (da gesund und kräftig) und versteht sich auch noch bestens mit dem pubertierenden Nachwuchs. Schließlich weiß er noch am Besten (da zeitnah) wie seine „Alten“ damals tickten.

Vielleicht haben schwule Männer in Sachen Frauen ja das besondere Gespür. Denn wie erklärt es sich sonst, dass Marc, mein Hairstylist, derjenige war, dem meine wunderbare Wandlung von der „Frau ohne Alter“ zum Superweib zuerst auffiel?

„Ein Skandal, wie gut du heute aussiehst. Du hast doch was machen lassen? Ich brauche sofort Name und Telefonnummer dieses Wunderkünstlers“. Der Wunderkünstler hieß Enrico, war gut 15 - na ja, fast 16 Jahre - jünger als ich und begegnete mir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er betete mich an und tat mir unendlich gut! All’ die teuren Wässerchen und Pülverchen zum Jungwerden und -bleiben spülte ich ins Klo - genau wie meine Bedenken und die wohlgemeinten Ratschläge meiner Mitmenschen. Ich genoss die wunderbare Zeit mit Enrico!

Und da alles Wunderbare auch mal ein Ende hat, ging auch die „Enrico-Therapie“ einmal zu Ende. Aber, um es mit den Worten meiner Freundin Marlen auszudrücken: „Die Wirkung hält noch länger …“

Den hin und wieder öffnet auch sie ihr „Schatzkästlein der Erinnerungen“ und dann geht wieder alles ein bisschen leichter.

Es liegt jetzt bestimmt nicht unbedingt an mir und an Enrico, aber das Mrs. Robinson-Phänomen macht seitdem auch in meinem Bekanntenkreis die Runde.

Marlen machte es vor: Sie rettete sogar ihre langjährige Ehe mit einem jungen Lover! Ihr Mann machte immer viele Überstunden („die neue Praktikantin braucht ein bisschen Unterstützung“) spielte Golf, und Marlen hatte was mit dem knackigen Tennislehrer ihrer Tochter.

Nachdem ihr Ehemann sein Handicap um einiges verbessert hatte, fiel ihm auf, wie attraktiv seine Frau doch war: Ihre Oberweite kam in den neuen Dessous besonders gut zu Geltung und aus ihren Augen blitze die pure Lust. Marlens Mann kam wieder pünktlich aus dem Büro, gab sein teures Hobby auf (Praktikantin und Golf) und fuhr mit der „neuen Marlen“ in den Liebesurlaub nach Las Vegas. Scheinbar frisch verliebt heirateten die beiden kurzerhand noch mal. Diesmal ganz romantisch und mit Elivs als Trauzeugen!

Noch besser ist natürlich die Geschichte von meiner Freundin Lisa. Ihr Mann, Zahnarzt in der Mittlifecrisis, brannte mit seiner Sprechstundenhilfe durch und lies Lisa von einem Tag auf den anderen sitzen. Statt stumm zu leiden, ging sie ins Fitnessstudio, zum Yoga und zum Shoppen!

Na gut, sie war nie ein Kind von Traurigkeit - aber eines Tages blühte sie richtig auf und hatte so ein gewisses Strahlen in ihren Augen.

Aber weder ihre Fitnesseinheiten, noch ihre ausgedehnten Einkaufsmarathons waren schuld daran, sondern ein Mann namens Max. Max war Architekturstudent im letzten Semester, gut zwanzig Jahre jünger als sie, hatte schelmisch braune Augen, zärtliche Hände und sah sie an mit einem Blick, der alle Frauen dieser Welt vor Neid erblassen lies.

Ich weiß nicht mehr genau, wie lange die Sache ging mit Max. Aber ich weiß noch, ihr Mann stand eines Tages wieder mit den Koffern vor der Tür und erbat Einlass.

Lisa sah ihn nur angeekelt an und stellte plötzlich fest, wie unsäglich alt er geworden war. Gesagt hat sie eigentlich nichts. Sie knallte ihm nur die Tür vor der Nase zu und kroch wieder zurück ins warme Bett, wo Max schon auf sie wartete. Und wissen Sie, was schade ist? Dass ich nicht dabei war, sondern die Geschichte nur aus ihren Erzählungen kenne....


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© 2017 by ingrid boucha

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